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Bremen: Lamido von Tibati trägt sich in das Goldene Buch ein

Der Lamido von Tibati (Kamerun), Seine Majestät Mohamadou Hadi Barkindo, ist vom 22. bis zum 30. Juni 2026 auf Einladung von Bürgermeister Andreas Bovenschulte und auf Initiative der Direktorin des Übersee-Museums, Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, in Bremen zu Besuch. Heute (29. Juni 2026) war er im Rathaus und trug sich in das Goldene Buch ein. Anlass für die Reise war der Wunsch des Lamidos, der Ausstellungseröffnung "Tibati – Bremen und zurück" beizuwohnen.

Die Ausstellung zeigt, wie aus einer kolonialen Gewaltgeschichte neue Formen der Zusammenarbeit entstanden sind und stellt Projekte vor, die aus der Partnerschaft zwischen Tibati und Bremen hervorgegangen sind. Darüber hinaus möchte der Lamido die Sammlung aus Tibati kennenlernen, die vor mehr als 100 Jahren ins Museum gelangte. Da er selbst noch nie in Bremen war, ist dieser Besuch für ihn von besonderem Interesse. Die bisherigen Gespräche wurden von seinem Vorgänger, Lamido Hamidou Bello, geführt.

An diesen Austausch knüpft der amtierende Lamido nun an. Etwa 150 Objekte befinden sich im Bestand des Übersee-Museums, die im Jahr 1898/99 im Rahmen des "Wute-Adamaua Feldzugs" unter Hauptmann Oltwig von Kamptz als Kommandeur der deutschen "Schutztruppe" aus dem Sultanspalast und der Stadtregion Tibati (Kamerun) entwendet wurden. Über Rückgaben nach Kamerun wird auf staatlicher Ebene gesprochen – seit 2023 hat Kamerun zur Zentralisierung von Rückgabeverhandlungen ein interministerielles Restitutionskomitee eingesetzt, in dem auch Tibati vertreten ist.

Bürgermeister Bovenschulte begrüßte den Lamido herzlich im Rathaus: "Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, dass sich Seine Majestät Mohamadou Hadi Barkindo in das Goldene Buch der Stadt Bremen einträgt. Ich durfte schon seinen Vorgänger hier empfangen. Es muss uns eine Verpflichtung sein, geraubte Objekte aus Kolonialzeiten zurückzugeben. Zugleich ist dies eine große Chance, aus diesem Prozess eine Freundschaft und Partnerschaft zu festigen, die im hohen gegenseitigen Interesse liegt."

Seine Majestät Mohamadou Hadi Barkindo zeigte sich ausgesprochen erfreut von seinem Besuch in Bremen und dem Empfang im Rathaus: "Ich bin hier zu Besuch bei Freunden. Es gibt unterschiedliche Anknüpfungspunkte, diese Freundschaft weiter auszubauen. Die Gespräche an den Schulen und an der Universität Bremen waren sehr interessant. Zugleich war es für mich natürlich auch beeindruckend und berührend, die Ausstellung im Übersee-Museum besuchen zu dürfen. Diese vielen Objekte aus der Vergangenheit meines Volkes sind im Übersee-Museum sorgfältig und respektvoll behandelt worden. Das gilt auch für die Offenheit zur Rückführung hier aus Bremen."

Neben dem Übersee-Museum besuchte der Lamido die Grundschule Borgfeld und die Oberschule Überseestadt. Auch die Universität stand auf dem Programm. Hier werden Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kamerun und Bremen ausgelotet.

Senatskanzlei der Freien Hansestadt Bremen, Pressestelle