Nachhaltigkeit hat in Rheinland-Pfalz hohen Stellenwert. Mit dem Zukunftsrat wurde in der aktuellen Legislaturperiode ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitspolitik der Landesregierung eingesetzt. Bei dessen letzter Klausur in der ersten Amtszeit zogen Zukunftsrat und Landesregierung nun Bilanz. Dabei würdigte Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Expertise des Gremiums und dankte den Ratsmitgliedern für ihren ehrenamtlichen Einsatz für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz.
Strategien für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz
Nach seiner Einberufung im Jahr 2022 setzte sich der Zukunftsrat ein ambitioniertes Arbeitsprogramm und setzte auf dessen Grundlage in seiner ersten Berufungsperiode bis 2026 wichtige Impulse. So beschloss er Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie Rheinland-Pfalz. Mit den Ratschlägen zu deren Vision, Zielen und Umsetzung befasst sich die Landesregierung im Zuge der Fortschreibung der Strategie. Zudem beschloss das Gremium Empfehlungen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Rheinland-Pfalz. Diese Empfehlungen erörterte der Zukunftsrat mit Bildungsminister Sven Teuber sowie den Staatssekretärinnen und Staatssekretären der betroffenen Ministerien. Im Mittelpunkt standen eine BNE-Strategie, eine Koordinierungsstelle und gezielte Fördermöglichkeiten.
Dialog über nachhaltige Entwicklung in Rheinland-Pfalz
Auf Initiative des Zukunftsrats fand im Jahr 2024 in Rheinland-Pfalz erstmals ein landesweiter Nachhaltigkeitstag statt. Über 250 Bürgerinnen und Bürger kamen dabei in Mainz zusammen, um Zukunftsmut zu machen und die Lust auf mehr Nachhaltigkeit im eigenen Land und Leben zu schüren. Zudem suchten die Ratsmitglieder das Gespräch mit der Bevölkerung zu zukunftsentscheidenden Nachhaltigkeitsfragen, etwa bei einer Sommerreise zu Leuchtturmprojekten der Nachhaltigkeit, aber auch bei Veranstaltungen wie dem Rheinland-Pfalz-Tag, der Landeskulturkonferenz oder dem Pink Future Festival. Auch tauschte sich das Gremium mit Initiativen wie Fridays for Future und Save Social, aber auch Institutionen wie dem Landesjugendbeirat, der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, dem Freiwilligen Ökologischen Jahr in Rheinland‑Pfalz und der Bundesgartenschau aus. Darüber hinaus ging der Zukunftsrat in den Dialog mit der Landesregierung, beispielsweise zu Fragen der Digitalstrategie oder dem Landesentwicklungsprogramm. Gemeinsam mit Ministerpräsident Alexander Schweitzer sowie den LandFrauen „Frischer Wind“ setzte das Gremium bei einer Aktion in der Mainzer Innenstadt ein Zeichen für Demokratie und Nachhaltigkeit.
Fachwissen zu Nachhaltigkeitsfragen
Die Expertise der Ratsmitglieder mündete in Empfehlungen für eine diversifizierte und vernetzte Energiewende in Stadt und Land. Vorgeschlagen wird darin unter anderem das Konzept regionaler Ressourcenwaben, in denen Kommunen, Wirtschaft, Industrie und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Fachlich tauschte sich der Rat hierzu mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität aus. Jüngst wurde zudem eine Stellungnahme des Zukunftsrats zu Kreislaufwirtschaft als Zukunftspfad für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz beschlossen. Darin legt das Gremium ausführlich dar, was es an Rahmenbedingungen beispielsweise für Kunststoffverpackungen und den Bausektor braucht, um Ressourcenverbrauch und Treibhausgasemissionen im Einklang mit den Zielen nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen zu gestalten.
„Nachhaltigkeit ist und bleibt ein wichtiges Thema für Rheinland-Pfalz. Die nachhaltige Entwicklung unseres Landes lebt von vielen starken Akteurinnen und Akteuren vor Ort“, betonte Ministerpräsident Alexander Schweitzer. „Keiner kann alleine die Dinge bewegen, aber gemeinsam ist viel möglich. Der Zukunftsrat hat mit seiner Arbeit dabei in Rheinland-Pfalz Räume für Austausch geschaffen, unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und damit einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation und Verständigung über Nachhaltigkeit geleistet.“ Und Staatssekretärin Heike Raab ergänzte: „Mit dem Zukunftsrat hat die Landesregierung ein hochkarätig besetztes Gremium eingesetzt, das seine Expertise in die übergreifenden Strategien des Landes wie auch konkrete Nachhaltigkeitsfragen eingebracht und den Dialog über nachhaltige Entwicklung im Land gefördert hat“.
Prof. Dr. Nadine Kammerlander und Prof. Dr. Klaus Helling, die Vorsitzenden des Zukunftsrats, führten mit Blick auf die erste Berufungsperiode aus: „Bei einem Gremium wie dem Zukunftsrat ist es wichtig, die Ziele und Strategien der Landesregierung ebenso zu berücksichtigen wie ihren jeweiligen Handlungsspielraum. Der offene und sachorientierte Austausch mit der Landesregierung hat es ermöglicht, unterschiedliche Perspektiven konstruktiv zusammenzuführen und praxistaugliche Empfehlungen zu formulieren. Wir freuen uns, dass dieses wichtige Engagement für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz auf Anerkennung und Wertschätzung seitens der Landesregierung trifft. Denn: Für die Umsetzung der Agenda 2030 und der Ziele nachhaltiger Entwicklung in Rheinland‑Pfalz ist auch künftig mitentscheidend, dass Nachhaltigkeit ein zentraler Regierungsschwerpunkt bleibt und die Landesregierung weiterhin ein offenes Ohr für die Expertise des Zukunftsrats hat“.
Hintergrund
Der Zukunftsrat Nachhaltige Entwicklung Rheinland-Pfalz wird vom Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz berufen und ist in seiner Tätigkeit unabhängig. Der Rat unterstützt und befördert die Umsetzung der Agenda 2030 und der globalen Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen in Rheinland‑Pfalz. Dazu stärkt er den gesellschaftlichen Dialog zu nachhaltiger Entwicklung in Rheinland-Pfalz, trägt zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes bei und bezieht Stellung zu Fragen nachhaltiger Entwicklung. Dabei sind die Expertise und Erfahrung der Ratsmitglieder zentral. Gleichzeitig nimmt der Zukunftsrat gesellschaftliche Impulse auf, führt sie zusammen und lässt sie in seine Empfehlungen einfließen.